Milchzahn und Punkte weg
PICT0152Trotz verbissenem Kampf verloren die Rookies der Bochum Cadets gegen die Ahlen Hamm Aces

Kleiner Aufprall, große Wirkung. „Der Zahn wackelt“, schreit Arian Cikaqi quer über den Platz. „Ich will aber weiterspielen.“ Der junge Runningback und seine Eltern grinsen. Also raus mit dem Milchzahn, kurz mit Limo gespült und wieder ab aufs Feld. Die Rookies der Bochum Cadets bissen sich gegen die Ahlen Hamm Aces zwar fest, verloren aber dennoch ihr erstes Auswärtsspiel mit 20:0 Punkten. Die Asse waren einfach eine Nummer zu groß.

Die Silberblauen sahen trotzdem gut aus. Unermüdlich versuchte die Cadets-Offense mit längeren Pässen die körperlich überlegenen Defensespieler der Aces zu überwinden. Erkämpft wurden satte 29 Yards. Doch leider konnten in keinem Quarter damit Punkte erzielt werden. Die Aces setzten dagegen auf sicheres Laufspiel und spurteten oft über die Außenflanken der Bochumer. Ausbeute: Drei Touchdowns und ein Safety. Eine bittere Niederlage, aber die große Enttäuschung blieb aus. Denn die Rookie Cadets reisten mit einem arg geschwächten Kader ins Hammer Jahnstadion. Geübte Ballträger fehlten, andere Spieler übernahmen so ungewohnte Positionen. „Hat aber doch gut geklappt“, sagte Steven Anuth nach dem Match, der notgedrungen auch als Linebacker spielte. „Die Defense hat gut gehalten“, fand auch Assistant Coach Patrick Becker. Nur das Open Field Tackling müsse besser werden. Gemeint ist damit das Stoppen eines freien Gegenspielers auf dem Feld. „Schade war nur, dass wir gar keine Punkte erzielt haben“, auch Holger Kromrey, Offensive-Line-Coach der Rookies war nicht traurig. Schließlich hätten die jungen Burschen alles versucht, sogar mit I-Formation und Tight End gespielt. Aber gegen die starke Vierer-Verteidigungslinie konnten sich die Rookies nicht durchsetzen. Wenigstens konnten die Aces keine Extrapunkte erzielen. „Wir müssen den Blick für das Feld schärfen und mehr Grundtechniken üben“, Defensive Line Coach Frank Schroth sieht bereits wieder nach vorne.

Die Hamm-Ahlener bleiben Spitzenreiter in der kleinen Gruppe Ost. Doch als Favorit sehen sie sich bisher nicht. „Erst mal sehen, was noch kommt“, sagt Aces-Headcoach Boris Ahlers nach dem Spiel. Der Spaß stehe wie immer im Vordergrund. Dazu sei die NRW-C-Jugend weiter auf Erfolgskurs. „Wir sind jetzt schon auf dem Stand, den wir eigentlich für August angepeilt hatten“, erklärt Ahlers, der zudem Vizepräsident des American Football Verbandes in NRW ist. Die Zahl der aktiven Mitglieder in NRW habe die 8000er Marke überschritten. Für die Cadets ist nun Halbzeit in der Nachwuchs-Liga. Das Rückspiel gegen die Aces kommt bestimmt. Arian Cikaqi hat dann einen neuen Zahn. sto